du lachst mich tot

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Kurz haben wir gedacht, Dinge gehen jetzt einen irgendwie gemäßigten Gang. Stetig voran und hin zum Immerbesseren. Dann kam ein lächerlicher Kostenvoranschlag für dieses ewig zu renovierende Haus. Ich bin krank geworden und jetzt der Herrimmhaus, mit Erbrechen und allem. Alle sind nicht belastbar und wie die Umstände das wollen, bedeutet das auch, dass meine Mama das von mir in unendlich weiser Voraussicht liebevoll angefertigte Geburtstagspaket mit Kuchen im Glas und Kram nicht rechtzeitig erhalten wird, ebenso wie das neue Auto noch ein paar Tage auf seine Abholung warten muss.

Eben habe ich bei der Flyerdruckerei abgerufen, die, wie mir die Grafikdame versicherte, nur eine Woche brauchen würde um meine Werbung zu vervielfältigen, mir nun aber sagt, dass von Anfang an klar war, dass es zwei Wochen dauern würde und ich 3 Werktage vor Kursbeginn anfangen kann, meine Yogastunden zu bewerben. Also beginne ich jetzt damit, Plakate von Hand zu zeichnen und hier und da zu verteilen. Vielleicht kommt ja doch jemand.

 

Immerhin: Das Kind ist gesund, die Mirabellen sind reif und bald auch die Kürbisse und Arbeiten ist ja sowieso doof.

Uff.

 

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3. Woche. Welche Farbe hat dein Mitgefühl?

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Letzte Woche begann der therapeutische Teil meines Selbsthilfebuches. Nachdem ich zunächst Achtsamkeit und Ruhe erlernen sollte, bin ich jetzt daran, in mich positive Gefühle hineinzupflanzen, um aus dem Depressions Sog hinauszukommen und meinem Gehirn die Chance zu geben, neue Strukturen anzulegen, die depressive Denkmuster überschreiben oder umgehen sollen. Die Idee ist, dass man mit Depression tatsächlich nicht anders kann, als bestimmte Arten von Gedanken zu haben, wenn man dem Gehirn seinen Lauf lässt, weil die Depression durch jahrelanges „Training“, durch die mit ihr einhergehende Ausschüttung von Stresshormonen und das Ausbleiben von Glückserlebnissen einen Pfad ins Denken gefressen, einen Fingerabdruck im Gehirn hinterlassen hat. Positive Gedanken zu evozieren und bewusst und nachdrücklich zu denken, ist ein erster Schritt aus diesem Malstrom. In der vergangenen Woche hatte ich deshalb die Aufgabe, eine Meditation über die Eigenschaft des Mitgefühls zu machen. Drei Mal ist mir das gelungen und von mal zu mal ist mir die Visualisierung (die Farbe meines Mitgefühls. Oh ja…) leichter gefallen. Mein Mitgefühl leuchtet knallorange. Das passt schon. Die Meditation über die Eigenschaft ist mir aber von mal zu mal schwerer gefallen, ich bin beim zweiten Mal in eine Mantrameditation gerutscht, denke aber, das ist nicht schlimm – die Hauptsache ist der Appell an die Empathie. Ein wesentlicher Punkt dabei ist, nicht nur die Empathie anderen gegenüber zu betonen, sondern auch mit sich selbst freundlich umzugehen. Und das ist mir diese Woche in der Tat geglückt, zwar nicht immer, aber doch manches mal. Ich konnte mich gutsein lassen, auch, wenn ich mich entsetzlich fand und mein Verhalten als irgendwie schlecht beurteilen wollte. Ich habe außerdem ein paar Sachen gewagt letzte Woche und mich nicht von Ängsten und anderem Hirnkram hindern lassen. Panikattacken hatte ich auch keine mehr. Hurra.

Der Herrimhaus hat sehr viel Zeit mit dem Löwen verbracht (er ist viel da, weil er irgendwie Urlaub hat), das war gut, für die beiden, für mich, für den ganzen Kram, den ich erledigen wollte und ich bin gespannt, wie das wird, wenn das nochmal anders ist. Ich habe nicht das Gefühl, gerade, nutzlos und überflüssig zu sein, wenn ich das Kind nicht versorge. Und auch nicht, eine grauenvolle Mama zu sein, wenn ich nicht immer nur mit dem Kind sein will (ja. ich weiß, aber diese Indoktrinierung kriege ich ganz schlecht aus meinem Kopf). Alles gut gerade, könnte man sagen. Manchmal habe ich sogar positive Gedanken über all die Veränderungen, die man hier im Haus angehen muss. Manchmal.

In dieser Woche wage ich ein Abenteuer. Ich bin auch hier ganz positiv gesinnt und werde berichten. Weiter werde ich mich in der Meditation über Mitgefühl üben, bis ich nächste Woche zurück bin und mich weiter im Kapitel vorarbeite.

Immer weiter. Jippie.

I’m not a paedo

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Wann eigentlich hat es angefangen, dass kleinste Kinder in Bademode gezwängt werden? 3 jährige Mädchen in Bikinis und die Jungs in Piratenbadehosen. Früherbeimirwasdasanders: Wir waren nackend. Und es war super. Wenn er Löwe heute das einzige Kind ist, das gar nichts trägt, werden wir schief angeschaut. Kommen Leute nicht mit Babypipi klar oder will man das Kind vor gierigen Blicken der allgegenwärtigen Pädophilen schützen? Ich finde, Scham über den eigenen Körper kommt früh genug, solange es den Kindern nichts ausmacht, ist es wunderbar, nackig in der Sonne rumzuhängen und sich nicht dessen bewusst zu sein, wie man aussieht. Wie habt ihr das?

2. Woche. Panic is on the way

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Proaktiv gegen dern Irsinn. Auch in der vergangenen Woche habe ich versucht, Achtsamkeit, Ruhe und Bedachtsamkeit in meinen Alltag zu bringen. Ich habe immer noch keine feste Übungszeit, aber die Momente ums Schlafengehen sind geblieben als Zeit, einfach nur zu sein und Gedanken aller Art ziehen zu lassen, sie zu betrachten, aber nicht anzufangen über alles nachzudenken, worüber nachgedacht werden könnte. Drei Mal hab ich sogar eine richtig amtliche Tiefenentspannung gemacht. Bei langen Autofahrten diese Woche ist es mir kurz gelungen, nur zu sitzen (ja, das kann ich weiter üben), ohne mit dem Mann Schröckliches oder Erfreuliches zu besprechen und ohne im Handy irgendwelche Dinge zu lesen. Ich hatte verhältnismäßig viel Austausch mit Freundinnen und guten Menschen diese Woche und ich merke, dass mir das wirklich guttut und ich das nicht vernachlässigen will, auch wenn Terminfindungen oft schwierig sind, weil weit weg, arbeitend oder mit Kind. Und: Es war so gut, aus meinem Allesistgut Panzer auszubrechen, nochmal richtig in Kontakt zu kommen im Gespräch mit Leuten, nicht alles Nachfragen nach dem eigenen Befinden mit einem „Supergut“ abzuwürgen, sondern zu erzählen wie es ist, Verständnis und Ratschläge für die Situation zu kriegen. Und auch mitzubekommen, was das Gegenüber so umtreibt. Ein bisschen zwiespältig waren meine Panikattacken diese Woche. Einerseits war es toll, dass ich sie wegatmen konnte, andererseits war es kacke, dass sie da waren. Herzrasen und Angst und Kotzenwollen. Das ist scheiße und hat glaube ich mit Geld zu tun und mit der Angst, dass ich all das, was ich in den letzten Wochen auf den Weg gebracht habe (Vorträge, Yogastunden, Meditationskurse. Hurra!) nicht packe, dass keiner kommt und ich nur Quatsch mache. Aber diese Gefühle sind eben da im Moment und ich konnte sie betrachten und ausatmen. Und mich so beruhigen. Ist eben auch eine Baustelle.

In der folgenden Woche beginne ich den Versuch, ein positives Selbstbild zu bauen, Mitgefühl für mich zu entwickeln und so, laut Buch, Strukturen in meinem Gehirn so zu ändern, dass negative Gedankenmuster weniger schnell greifen. Wie das geht erarbeite ich mir noch und berichte dann hier.
Yeah.

Scheuklappen

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Was ich feststelle: Bei vielen Dingen, die ich gerne tun würde, denke ich, dass sie mit Kind anstrengend, kompliziert, aufwendig und nervenzehrend werden. Das finde ich bedenklich. Denn erstens stellen sich diese Befürchtungen quasi immer als unbegründet heraus, wenn ich die Dinge dennoch tue. Zeitens hilft diese Herangehensweise ja nicht; sie ändert nichts am potentiell-anstrengend-Sein. Und drittens verliere ich so den Löwen aus den Augen, packe irgendwelche Ideen (meine) von ihm auf ihn drauf und stecke ihn in eine Schublade. Ich schätze ihn und seine Fähigkeiten manchmal ganz falsch ein und bin dann ganz beeindruckt von dem, was er kann und wie er mit Dingen umgeht, wie er sich in Situationen verhält und wie sich dieses Verhalten mit seinem Großwerden verändert. Ich will gerne offen sein, immer. Schafft ihr das?

1. Woche. Brüder zur Sonne

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Der Versuch, mich selbst aus den Depressionen zu manövrieren läuft seit einer Woche. Ich wollte vor allem Achtsamkeit kultivieren (oder zumindest damit beginnen) und lernen, mich auszuhalten. Darüber hinaus wollte ich atmen und einkehren, mir und meinen Gefühlen wertfreien Platz geben.
Es ist gar nicht so schlecht gelaufen, bisher. In meinen kühnsten Träumen stehe ich morgens auf und meditiere, bevor ich mich mit dem Löwen zum Frühstück niederlasse. Das hat nicht geklappt, ich hab quasi immer verschlafen oder war zu matschbirnig, um zu meditieren. Ich kann so früh am Morgen nicht so viele Sachen. Das hab ich gelernt, das ist ok. Ich habe stattdessen die Zeit des kindlichen Mittagsschlafs für mich entdeckt. Ich lege mich mit ihm hin und wenn er schläft, atme ich ein bisschen vor mich hin und lasse die Gedanken vorüberziehen, versuche, nicht sofort aufzuspringen, sondern mir Zeit zu lassen, mich nicht von Kram antreiben zu lassen, der auf Erledigung wartet. Das geht ganz gutm zudem ist der Mittagsschlaf eine Konstante im Tagesablauf, nichts, was da noch extra reingequetscht werden muss, sondern eine quasi naturgegebene Chance. Das Achtsamsein gelingt mir dann außerdem auch gut – der müde Löwe ist bezaubernd und wenn er sonst auch überall rumspringt und alles macht, was man machen kann: Im Bett ist er anschmiegsam und er erzählt viel und man mit ihm zusammensein, ohne ständig rumzurennen. Das genieße ich sehr, vor allem, weil es für mich oft nicht einfach ist, immer präsent zu sein, wenn der Löwe irgendwas unternimmt, immer offen und im Austausch zu sein. Das strengt mich an und oft verstecke ich mich hinter einer Zeitung. Mit dem HerrnimHause fällt es mir schwer, nur im Moment zu sein – wir haben so viel zu besprechen und zu regeln und anzugehen, dass ich schnell denke, dass wir Alles (SOFORT) erledigen müssen. Dieser Denke besser zu entkommen ist etwas, das ich mir für nächste Woche vornehme, wo ich versuche, weiterhin zu üben, was diese Woche begonnen wurde.
Generell gilt: Wenn es nicht so heiß ist, ist es besser (ich weiß, es ist Sommer und ich bin selbst überrascht davon, dass ich das sage!). Lethargie macht sich nämlich breit und das erste Mal seit 12 Jahren kriege ich Kopfschmerzen von der Hitze. Deshalb: Schön, dass es zum Wochenausgang regnet, das gibt Schwung für die nächsten Tage und man kann in den Garten, wenn es ein bisschen abgetrocknet ist. Tomaten essen.

Fully revised edition

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Ich mag nicht mehr miesepetrig sein, mich scheisse finden, immer einen Ausgang aus dem Hierundjetzt suchen, unzulänglich sein und die Zukunft düster sehen. Die Gegenwart sowieso. Ich mag aber auch nicht zum Psychologen (been there done that). Ich habe ein Selbsthilfebuch gekauft, dass mir den Weg aus der Depression zeigen soll (overcoming Depression von Paul Gilbert). Nachdem ich in den letzten Wochen darin geblaettert habe und überrascht war, wie viele Denkmuster und Verhaltensweisen mit der Depression zusammenhaengen, will ich es nun angehen und hier regelmässig darüber schreiben, wie es vorangehen oder auch nicht. Einmal woechentlich will ich Erzählen, wo ich bin und wie es mir geht.

Im allerersten Schritt geht es darum, Achtsamkeit zu entwickeln, sich im Jetzt zu verankern und sich aufs Hiersein einzulassen, statt sich Gedanken zu machen über das, was sein koennte und was man möglicherweise falsch gemacht hat. Ich möchte in den folgenden 2 Woche die ersten Aufgaben angehen, die da lauten:

*Nimm dir Zeit zum Ueben  – Gib Atemuebungen, Entspannung und Meditation einen Platz
* Integriere Achtsamkeitsuebungen in den Alltag und verwurzelt dich im Moment
* Sitz einfach ganz ruhig und tue nichts
* Beginne ein Tagebuch und dokumentiere regelmässig, wie du uebst, wie es dir geht und was sich vielleicht ändert

Ich habe die Hoffnung, dass 2 Wochen Gewohnheiten ändern und nachdrücklich Folgen für mein Verhalten haben. Dann geht es weiter, oder tiefer. Jetzt erstmal das. Schoenen Sonntag.