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Ich tue nichts für mein mitfühlendes Selbst. Selten mal eine Achtsamkeitsübung und eine klitzekleine Meditation. Ich versuche zu sitzen und ich versuche vor allem, Sachen gutsein zu lassen. Mich nicht hineinzusteigern in schlechte Gefühle. Das hat vorletzte Woche eher mäßig gut geklappt, der HerrimHause und ich haben in fast jeder freien Minute gestritten. Auch vor dem Kind, das das jetzt richtig mitkriegt und, obwohl wir nicht brüllen „laut“ wimmert, wenn wir in gereiztem Tonfall aufeinander rumhacken. Der Herrimhause hat einen wunden Punkt getroffen, als er in irgendeinem Kontext sagte, dass er mehr macht als ich, oder ich sowieso wenig tue und daran knabbere ich seitdem. Denn das ist genau das Gruselgefühl, das ich loswerden will: Unnütz zu sein, Arbeit zu machen für andere und nichts zu können. Und eigentlich ist der Mann auch niemand, der davon überzeugt ist, dass Menschen ständig was leisten müssen, um somit ihr Dasein zu rechtfertigen. Aber er hat es eben gesagt und mich verfolgt es. Dazu kommt eine generelle innere Unruhe und eine Ungeduld, weil mein Bein immer noch kaputt ist und schlecht heilt und mich beim Umhergehen, beim Toben mit dem Löwen und beim Duschen einschränkt und mich am Joggen hindert (und es ist für mich erwiesen: Alles ist besser, wenn ich Joggen gehen kann). Wir gehen in die vierte Woche und es ist immer noch alles Wunde und Jodpflaster.

Aber insgesamt bin ich oker Dinge. Ich hab ein paar Sachen angestupst, und möchte gerne dranbleiben (ja. Das ist ein leidiges Thema. Dranbleiben. Hier im Blog, beim Meditieren, beim Hausrenovieren. Manchmal komme ich mir vor, wie ein müder Teenager, der alles irgendwo abwirft, gerade so, wie er umhergeht. Schultasche dahin, Kaffeetasse dorthin, Mühllbeutel da in die Ecke, aufs Sofa und Nichtstun). Ich mache gute Erfahrungen mit Menschen, das erfreut mich, weil ich mich da manchmal inkompetent oder eingeschüchtert finde. Ich kann ein paar Sachen, die mich stören akzeptieren, als Dinge, die nicht von jetzt auf gleich zu ändern sind und kultiviere also Geduld. In kleinen Dosen.

Was bleibt, egal, was sonst kommt, ist die Einsicht, dass es für mich besser ist, eine Sache zu tun und nicht 1000 gleichzeitig. Dass ich mit meinem Medienkonsum haushalten sollte, weil ich mich sonst wie eine Informationsauffressmaschine fühle und dass es mich erdet und beruhigt, ein paarmal am Tag durchzuatmen und zu schauen, wo und wie ich gerade bin und wie sich das anfühlt, riecht, aussieht, schmeckt und klingt.

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