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Der Versuch, mich selbst aus den Depressionen zu manövrieren läuft seit einer Woche. Ich wollte vor allem Achtsamkeit kultivieren (oder zumindest damit beginnen) und lernen, mich auszuhalten. Darüber hinaus wollte ich atmen und einkehren, mir und meinen Gefühlen wertfreien Platz geben.
Es ist gar nicht so schlecht gelaufen, bisher. In meinen kühnsten Träumen stehe ich morgens auf und meditiere, bevor ich mich mit dem Löwen zum Frühstück niederlasse. Das hat nicht geklappt, ich hab quasi immer verschlafen oder war zu matschbirnig, um zu meditieren. Ich kann so früh am Morgen nicht so viele Sachen. Das hab ich gelernt, das ist ok. Ich habe stattdessen die Zeit des kindlichen Mittagsschlafs für mich entdeckt. Ich lege mich mit ihm hin und wenn er schläft, atme ich ein bisschen vor mich hin und lasse die Gedanken vorüberziehen, versuche, nicht sofort aufzuspringen, sondern mir Zeit zu lassen, mich nicht von Kram antreiben zu lassen, der auf Erledigung wartet. Das geht ganz gutm zudem ist der Mittagsschlaf eine Konstante im Tagesablauf, nichts, was da noch extra reingequetscht werden muss, sondern eine quasi naturgegebene Chance. Das Achtsamsein gelingt mir dann außerdem auch gut – der müde Löwe ist bezaubernd und wenn er sonst auch überall rumspringt und alles macht, was man machen kann: Im Bett ist er anschmiegsam und er erzählt viel und man mit ihm zusammensein, ohne ständig rumzurennen. Das genieße ich sehr, vor allem, weil es für mich oft nicht einfach ist, immer präsent zu sein, wenn der Löwe irgendwas unternimmt, immer offen und im Austausch zu sein. Das strengt mich an und oft verstecke ich mich hinter einer Zeitung. Mit dem HerrnimHause fällt es mir schwer, nur im Moment zu sein – wir haben so viel zu besprechen und zu regeln und anzugehen, dass ich schnell denke, dass wir Alles (SOFORT) erledigen müssen. Dieser Denke besser zu entkommen ist etwas, das ich mir für nächste Woche vornehme, wo ich versuche, weiterhin zu üben, was diese Woche begonnen wurde.
Generell gilt: Wenn es nicht so heiß ist, ist es besser (ich weiß, es ist Sommer und ich bin selbst überrascht davon, dass ich das sage!). Lethargie macht sich nämlich breit und das erste Mal seit 12 Jahren kriege ich Kopfschmerzen von der Hitze. Deshalb: Schön, dass es zum Wochenausgang regnet, das gibt Schwung für die nächsten Tage und man kann in den Garten, wenn es ein bisschen abgetrocknet ist. Tomaten essen.