Schlagwörter

, , , , ,

Ich kaempfe mit meinen Daemonen, hier, wo ich auf mich selbst zurueckgeworfen bin. Und es wird mir klar, dass ich bei all den Versuchen, meinen oftmals truebseeligen Geisteszustand zu rationalisieren und mir seine Entstehung zu erklären, meine sexuelle Sozialisation völlig aussen vor gelassen habe. Meine Eltern waren Schuld, die Gene, das Dorf. Dass meine ersten sexuellen Erfahrungen in erster Linie Gewalterfahrungen waren, habe ich vergessen. Dass ich als sehr junges Mädchen betrunken auf Partys herumgereicht wurde, von einem älteren Jungen zum nächsten, vergessen. Den  himmelschreienden Irrsinn, weil ich danach die Schlampe war und das Verhalten der Jungs als normal bezeichnet wurde, vergessen. Die Scham darüber, dass ich mich wohl nicht genug gewehrt hatte, nicht deutlich genug nein gesagt hatte, vergessen. So sehr habe ich internalisiert, dass
Das Frauen eben passiert, dass sowas irgendwie dazugehört.
Ich habe meinen Körper zum Objekt gemacht, danach. Habe mich von ihm abgespalten und aufgehört zu essen. Auch heute ist er der erste, der Opfer von Sanktionen wird, wenn etwas nicht gut läuft. In ihm manifestieren sich Unzufriedenheit und Unglücklichsein.
Ich habe 7 Jahre gebraucht, bis ich anerkennen konnte, dass ich Beziehungen eingehen kann, und die Qualität dieser Beziehungen nicht mit meiner sexuellen Verfügbarkeit steht und fällt. Dass ich auch ok bin, wenn ich nicht wollluestig bin.
Ich habe repressiven Phasen, in denen ich mich wertlos und überflüssig fühle. In denen ich verschwinden will.

Ich habe gestern im Radio gehört, dass jede dritte Frau weltweit Opfer sexueller Gewalt wird. Gewalt gegen Frauen ist normal, Rape Culture herrscht wahrhaftig. Dasuns sich ändern. Wenn einem etwas angetan wird, das schmerzt und verletzt, wenn sexuelle Übergriffe stattfinden, muss das thematisiert werden, mussan sich trauen, sich an jemanden zu wenden, von dem man Unterstützung erhofft, im Benennen der Täter und im Umgang mit dem Erlebten. Niemand ist selbst schuld, wenn sie vergewaltigt oder genötigt wird. Und es wird Zeit, dass das alle verstehen.