Schlagwörter

, ,

Wir sitzen auf gepackten Kisten. Die letzte Nacht in der Wohnung, die des Löwen erstes Heim war, liegt hinter uns. Das Wochenende verbringen wir im Gaestezimmer bei Oma und Opa und an Montag ziehen wir um.
Die letzten Tage bin ich mit offenen Augen durch die Stadt gegangen, undr habe gemerkt, dass ich es wirklich gut finde, dass wir wegziehen. Trotzdem werden mir ein paar Sachen fehlen:
– kurze Wege, die ein Leben ohne Auto ermöglichen. Ich muss mich ein bisschen am Riesen reissen und ich versuchen, auch in Zukunft eher Rad und Oepnv zu fahren.
– die Magnolienbaeume, die jetzt Anfängen zu blühen. Ich will asap einen pflanzen.
– der große Bioladen mit Rohkost Abteilung und bezaubernden Angestellten
– unser grosses Tageslichtbad
– die Roggenbroetchen vom Baecker in der Nachbarstrasse. Dem Löwen werden vernünftige Brezeln fehlen.
– die Nahe zu meiner Mama und meiner Oma, die von nun an wieder mehr als 90 Minuten Zugfahren entfernt sind
– ein Kino mit Ov und allem. Das wir aber quasi nur besucht haben, seit das Kind auf der Welt ist.

Nicht fehlen wird mir
– Die Kehrwoche. 90 Euro Nebenkosten und niemanden, der den Flur putzt?!
– Die Nachbarn aus dem zweiten Stock. Maekelig, falschfreundlich und laut redend. Außerdem mir graesslichem Parfuem, dessen Geruch stundenlang im Treppenhaus hängt.
– Als Radfahrer auf dem Fahrradweg von anderen Radfahrern weggeklingelt zu werden
– die Baden-Württembergische Selbstgewissheit darüber, dass man etwas Wichtiges tut
– fancy und teure Restaurants mit ganz und gar durchschnittlichen Speisen
– Hundekacke und Lärm allueberall
– volle Spielplätze
– die grillenden Nachbarn, die das Schlafzimmer im Sommer mit Fleischgeruch und Bierseeligkeit füllen

Ich freue mich, wenn es losgeht. Auf normalen Alltag mit Mann und Kind, auf den Garten und soziales Umfeld, aufs Ankommen, darauf, das Geldverdienen anzugehen, aufs Leben mit weniger Lärm und Reiz, aufs Basteln und Bauen. Vorher muss nur noch kurz diese Wohnung aus- und eine andere eingeräumt werden…