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Gespraechsfetzen ueber die Arbeitswelt, die ich in den letzten Wochen aufgeschnappt habe.

1. A geht arbeiten

A: “ich mach nun doch nur ein Jahr Elternzeit und fange m Februar an, 20 Prozent zu arbeiten. Naja, und ich hatte so ein Glueck, dass mein Chef mich zuruecknimmt, obwohl ich so wenig arbeiten werde. Meiner Kollegin hat er das ja nicht ermoeglicht. Die musste waehlen: gar nicht oder 80 Prozent. Klar, ich komme auch nicht in meinen alten Job zurueck. Das geht ja auch gar nicht, mit so wenig Einsatz. Aber ich kann wieder arbeiten gehen!“

2. Die Damen im Cafe

Frau 1(Kind auf dem Schoss): “M. kennst du ja noch. Die hat Medizin studiert und dann nach dem Facharzt ihren Mann kennengelernt. Die haben dann sehr schnell drei Kinder bekommen und jetzt arbeitet sie bei ihrem Mann in der Praxis. Als Sprechstundenhilfe.“

Frau 2(ebenfalls mit Kind): “Das war ja wohl abzusehen. Mit drei Kindern kriegt die keinen Job. Zum Glueck ist ihr Mann so reich. Das haette sie sich auch frueher ueberlegen koennen.“

3. Meine Cousine

C:“ Im Dezember kommt das Kind, dann mach ich erstmal ein Jahr Elternzeit, mein Mann jann nicht, weil er eben due Stelle gewechselt hat und das sieht dann immer so doof aus… Und nach dem einen Jahr mach ich nen 400euro Job. Meine aktuelle Stelle kann ich ja in Teilzeit nicht mehr ausueben und Akternativen gibt es bei meinem Arbeitgeber nicht.“

Ich bin ja bislang von den Erfahrungen, die solchen Berichten vorangehen, verschont geblieben, weil ich (noch) nicht arbeite. Vielleicht zermuerbt einen das Geldverdienen und man mag sich nicht mehr aufregen. Trotzdem bin ich erschrocken ueber die Bereitschaft, willkuerliche und abschaffenswerte gesellschaftliche Realitaeten anzuerkennen und nich in Frage zu stellen. Hier wird der gnaedige Chef gelobt, der einem irgendeinen Job gibt (wozu er qua Gesetz ja auch verpflichtet ist). Es wird der Mutter in einer kinderreichen Familie die Arbeitsbefaehigung abgesprochen, weil einer ja fuer die Kinder da sein muss und es einen Superversorger gibt. Und es wird dem Mann verunmoeglicht, mit dem Kind viel Zeit zu verbringen, mit dem Verweis auf den neuen Arbeitgeber, der Sowas (Elternzeitnehmende Vaeter) nicht gerne sieht. Echt ey.