Schlagwörter

, , ,

Ich wollte übers Wohnen schreiben, und bin damit offensichtlich nicht die einzige.

Wir haben begonnen, das Elternhaus des HerrnimHause zu renovieren. Zaghaft und mit kleinen Schritten. Aber sicher, dass wir das machen wollen. Wir ziehen aufs Land. Ich brauche die Stadt nicht täglich mit ihrem Lärm, ihrem Schmutz und all diesen Leuten. Wir finden beide den Kapitalismus falsch und wollen unser Leben nicht vollkommen der Erwerbsarbeit unterordnen, sondern selbst bestimmen, was wir tun möchten. Wir wollen uns deshalb freimachen von finanziellem Druck durch Mietezahlen, einen riesigen Garten bestellen und große Teile unseres Nahrungsbedarfs selbst decken und größtenteils Dinge tun, die wir uns selbst ausgesucht haben. Ich will Platz fürs Yoga und zum Marmeladekochen, ein Refugium fürs Schreiben. Der HerrimHause soll einen Ort fürs Möbelbauen und Musikhören kriegen. Der Löwe (und selbstverständlich eventuelle Geschwister) soll Raum haben, um zu spielen, Dreck zu machen, zu bauen. Er soll Zeit haben für Langeweile und Müßiggang. Er soll sehen, dass man all dem Irrsinn begegnen kann, dass man nicht alles können muss, um zufrieden zu sein und ein schönes Leben zu führen, dass man zu gesellschaftlich gesetzten Imperativen „Nein, danke“ sagen und was Eigenes machen kann.

Auch wir möchten nicht alleine leben. Ich glaube nicht an die Unantastbarkeit der Kernfamilie, es ist mir wichtig, mit anderen zusammen zu wohnen. Wer das ist, ist mir eigentlich egal. Alte, Junge, Familien, Alleinstehende, Paare. Wir bauen deshalb um und aus, um Platz zu schaffen, für Mitbewohner, mit denen wir unseren Alltag teilen können, der unser Leben, unsere Gewohnheiten und unser Wissen bereichert und verändert, der uns vor Herausforderungen stellt, weil er unsere Muster und Denkweisen hinterfragt und mit dem es Spaß macht, zusammenzusitzen und zu plauschen, wenn man denn mag.

Advertisements