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Der September war ein anstrengender, ein aufreibender Monat. Es ging mit nicht gut, oft hab ich mir morgens schon gewünscht, einfach liegen bleiben zu können, nicht aufstehen zu müssen. Ich wollte nicht reden und nicht essen, nichts machen und meine Ruhe. Das ist nicht überraschend, ich hatte vor der Geburt des Löwen Phasen mit eher extrem schlechter Laune und Lebensunlust und es war töricht, zu erwarten, dass das weggeht, weil ein Kind da ist. Trotzdem ist es natürlich scheiße. Gerade mit Kind, denn es ist ja eine Sache, ob man alleine vor sich hinleidet, sich an des Partners Schulter ausweint und einfach mal für ein paar Wochen in der Dunkelheit versunken ist. Etwas ganz anderes aber ist es, wenn jemand Aufmerksamkeit, Liebe und Aufsicht braucht und nicht versteht, wenn man sagt „Mama geht es jetzt nicht so gut, das hat nichts mit dir zu tun“. Das ist blöd, ich hab mich gefühlt wie ein Arsch, wenn ich einfach zu leer war, dem Löwen eine Gutenachtgeschichte zu erzählen, wenn ich hinter Zeitschriften versunken bin, statt mit ihm zu lachen und zu spielen und gefühlte Stunden auf dem Klo verbracht habe, um kurz meine Ruhe zu haben. Aber da müssen wir durch, alle drei, müssen irgendwie damit umgehen lernen und ich bin froh, dass des Löwen Vater so oft da ist und meine Dumpfheit auffangen kann. Ich hoffe, der Löwe versteht, wenn ich ihm erzähle, was mit mir los ist, kriegt mit, dass nicht er doof ist, sondern bei mir eben nicht alles ganz wunderbar. Seit gestern geht es bergauf. Hurra.

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