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Seltsamerweise ist die Kernfamilie heute das gängigste Modell des Familienlebens. Wahrscheinlich ist der Arbeitsmarkt, der Mobilität und Flexibilität verlangt, dafür verantwortlich, dass als das ideale Zusammenleben die Gemeinschaft von Mutter, Vater, Kind verstanden wird. Glücklicherweise gibt es auch Leute, die gerne mit anderen zusammenleben möchten, die das Prinzip einer Wohngemeinschaft über die Studentenzeit hinausretten wollen. Auch der HerrimHause und ich streben das mittelfristig an, wenn erstmal der Lebensraum geschaffen ist. Wir haben beide in WGs gewohnt und da viel Spaß gehabt und können uns gut vorstellen, nicht nur unser eigenes Süppchen zu kochen, sondern am Leben anderer Teil zu haben. Dabei ist offen, ob wir entweder mit Freunden oder mit Verwandten (oder mit beiderlei) leben möchten.

Im Urlaub konnten wir ein bisschen das Mehrgenerationenleben ausprobieren. Ich glaube, das war eine schöne Erfahrung für uns alle. Ich fand es toll, den Löwen in guten Händen (siehe Lektion II) und in der Nähe zu wissen, während ich mit dem HerrnimHause Erwachsenenzeug erledigen, aber auch mal romantisch Spazieren gehen konnte. Generell war es eine große Entlastung, im Alltag jemanden zu haben, der den Löwen einfach mal  mitbeaufsichtigen konnte, ohne dass das großartig organisiert werden muss. Der Elternstandby war zwar immer an, aber wir mussten einfach nicht ständig schauen, was der Löwe tut, uns absprechen, wer wann duschen geht und eine Runde durch den Garten drehen, wenn uns danach war.

Der Löwe fand es super mit der Oma. Sie ist natürlich ganz anders als wir und er hat es, glaube ich, sehr genossen, zu jemand anderem eine Beziehung aufzubauen, eine eigene Sprache und eigene Spiele mit ihr zu kreieren und sie insgesamt einfach besser kennenzulernen.

Die Oma war hellauf begeistert von der Durchwirbelung ihres Alltags, von der Freude, die sie mit dem Löwen hatte und sogar der Opa war angetan vom Löwen und hat ihm komplette Narrenfreiheit gegeben. Er durfte die Glatze hauen, die Brille stehlen und das Knie beißen. Er durfte sogar im großelterlichen Bett schlafen, ohne, dass der Opa gemurrt hätte.

Die Befürchtungen vom Zusammenleben mit den Schwiegereltern kann ich also ein bisschen hinantanstellen, ich glaube, dass passt schon. Es war für uns alle ein Gewinn und es ist schön, dass wir uns nochmal näher gekommen sind und uns besser kennengelernt haben.

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