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Ich versuche im Moment, Stück für Stück die Etappen des 8-gliedrigen Yogawegs von Patanjali zu beschreiten. Nicht, weil ich mich Auflösen und mit dem Weltganzen verschmelzen will, sondern weil der Gute vor aller Yogapraxis in den Yamas Handlungsmaximen vorgibt, die mir sinnvoll erscheinen und mich zum Nachdenken über meinen Umgang mit mir und der Welt gebracht haben.

Im Moment übe ich mich in der ersten Tugend: Ahimsa, der Gewaltlosigkeit gegen sich und andere, in Wort, Tat und Gedanken. Ich achte seit ein paar Wochen erstens darauf nicht mehr allzu gemein zu mir selbst zu sein – mich nicht schlecht zu machen, andauernd zu mäkeln über alles, was ich tue, mich einfach zu akzeptieren, wie ich bin, auch wenn das manchmal nicht wahnsinnig toll ich. Zweitens versuche ich, andere Menschen nicht zu verletzen (das fällt mir vor allem dann schwer, wenn wildfremde Personen mir Vorschriften über den Umgang mit Kindern machen) und mit meinen negativen Gefühlen anderen gegenüber konstruktiv umzugehen, statt ihnen freien destruktiven Lauf zu lassen und mir und allen anderen die Laune zu verderben. Es wirkt tatsächlich, mich in einer Situation, in der ich gerne jemanden beschimpfen würde, darauf zu besinnen, dass ich andere nicht verletzen will und ich gehe ganz neue Wege, mit Konflikten umzugehen. Ich bin im besten Fall freundlich verbindlich, streite mich nicht so schnell mit dem Herrn im Haus und springe über meinen Schatten, um ein Problem anzusprechen, statt mich still und heimlich zu ärgern.

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