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Ich gehe oft bei Rot über die Straße, wenn keine Autos kommen. So auch heute, mit dem Löwen auf dem Arm. Auf der anderen Straßenseite wartete ein Fahrradfahrer auf Grün und konnte offensichtlich nicht an sich halten mit seiner Meinung zu diesem meinem Verhalten. Er bleftze: „Hoffentlich kann das arme Kind noch nicht gut sehen“. Ich habe ihm mit drastischen Worten erklärt, dass ich den Löwen zu einem mündigem und nicht zu einem stumpfsinnig-gesetzeshörigen Menschen erziehen will und bin davongestampft. Trotzdem nagt sein „armes Kind“ an mir. Ich will kein armes Kind. Ich will ein mutiges, starkes, selbstbewusstes, vernunftbegabtes, freches Kind, das eine eigene Meinung hat und weiß, dass wir ihm den Rücken stärken (fast) egal, was es tut. Dass irgendein Vollidiot das anzweifelt und mir Gleichgültigkeit unterstellt oder gar Fahrlässigkeit, auf jeden Fall Nichtgutsein für den Löwen hat mich verletzt und erschreckt. Nicht, weil ich denke, dass ich alles richtigmache (Gott bewahre…), sondern weil ich in dieser Situation wirklich nichts falsch gemacht habe und mich dieser dumme Kommentar so unvermittelt überrumpelt hat. grauenvoller süddeutscher Kleingeist.

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