Schlagwörter

,

ungefähr unmittelbar nach des Löwen Geburt habe ich begonnen, Informationen über Beikost zu sammeln und innerhalb kürzester Zeit hab ich einen schrecklichen Horror davor bekommen, ihm was anderes als Muttermilch zu geben: Genaue Pläne, wann welche Stillmahlzeit ersetzt werden soll, langsame Gewöhnung an exakt eine Zutat nach der anderen, verschiedenste Verbote – keine Hülsenfrüchte, kein Getreide, nur Babygetreide, niemals Gewürze. Dann hab ich ein bisschen rumprobiert und so erfahren, wie ekelig fertige Breis schmecken. Zu meiner Unsicherheit über die richtige Beikost kam so noch die Überzeugung, dass ich alles selbst würde kochen müssen, damit er was leckeres kriegt. Wir haben uns eigens dafür eine Tiefkühltruhe ausgeliehen.

Und dann bin ich über baby-led weaning gestolpert und war entzückt. Vor gut einer Woche hat der Löwe denn auch den ersten Kanten Brot von meinem Teller gegriffen, ihn genüsslich mit sehr viel Spucke vermatscht und großflächig auf sich und mir verteilt. Seitdem isst er bei uns mit, kriegt Gemüse und Obst und mal ne Nudel oder Brot. Es ist ne Riesensauerei, aber ein großer Spaß. Er wird tatsächlich motorisch immer immer besser und er isst auch schon was von all dem, was da in seinen Mund wandert. Und es ist so einfach. Er isst selbst, niemand muss ihm den Löffel halten und Blabrei in seinen Mund füllen, nein: Er nimmt sich ein Röschen Blumenkohl und attackiert es gezielt, dann interessiert er sich für rote Bete oder für ein Rübchen und zum Nachtisch vermatscht er ein bisschen Mango zwischen seinen Händen. Dabei sitzt er auf meinem Schoß und ich kann frühstücken/mittagessen oder zu Abend essen und wenn er fertig ist kehren wir alles zusammen und waschen das Kind großflächig ab. Ich bin begeistert und freue mich, ihm peu à peu mehr von dem geben zu können, was wir essen und nicht nur einzelne Komponenten daraus. Löwennahrung für den Löwen (nur Fleisch gibt sie nicht. Die vegetarische Mutter…).

Advertisements