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Ich lebe seit dem Weggang von zu Hause in der Stadt. Vieles dort nervt mich, vor allem das große Kapitalismustheater, bei dem man mitmachen muss, wenn man einfach nur Sein will. Wir wollen das nicht mehr allzu lange mitmachen, sondern anders leben, ohne Angstelltendasein, mit eigenem Garten, der Obst und Gemüse einkaufen hoffentlich überflüssig macht und mit Betätigungen, die nicht allein unter dem Label „Konsum“ laufen.

Manchmal weiß ich nicht, ob mir das gelingt und vielleicht kommt meine Unzufriedenheit über meinen Mangel an Handarbeitsfähigkeiten aus dem letzten Post auch aus dieser Angst. Ich befürchte manchmal, dass ich einfach schon zu verzogen, zu abhängig bin, von der großen Maschine und irre werde, wenn die auf einmal wegfällt und ich auf dem Dorf sitze und merke, dass ich nichts zu tun habe, und eben noch gerne mal irgendwo Kaffee trinken gehe oder einen Film im Kino schaue (das geht im Moment mit dem Löwen ja auch in der Stadt nicht wirklich…), durch die Stadt bummle und den Löwen in den Zoo oder ins Museum ausführe.

Sicherlich muss das nicht aufhören – man kann ja einfach Ausflüge machen, aber ich denke dennoch, dass ein Aufsdorfziehen ein Umdenken und Umdeuten der täglichen Aktivitäten bedeutet und auch wenn ich glaube, dass es ein angemessenes Umdenken ist, bangt mir manchmal davor. Noch dazu fand ich meine Pubertät in der Kleinstadt teilweise sehr beengend, der Löwe soll mit Bäumen und Gras großwerden, aber nicht mit Engstirnigkeit und Bigotterie. 

Ist einer von euch umgezogen? Wie lebt man sich in eine Dorfgemeinschaft ein und wie eng ist es dort manchmal (auch gedanklich)? Wie finden sich vielleicht auch andere Leute, die mit Familie hinauswollen, vielleicht für eine Wg oder ein ähnliches Wohnprojekt? Wollt ihr da bleiben, wo ihr seid oder zieht es euch woanders hin?

 

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