Je offensichtlicher man schwanger ist, desto häufiger wird man beglückwünscht und nach dem Befinden gefragt, auch von wildfremden Leuten. Ich fand das immer schön, allerdings war meine Schwangerschaft auch ganz problemlos. Ich war höchstens ein bisschen müder als vorher (aber nicht so müde wie jetzt, wo der Löwe da ist!). Das Anteilnehmen der Menschen an dem werdenden Leben hat mir gefallen und mir gutgetan. Wie aber ist das, wenn die Schwangerschaft nicht so läuft oder man einfach nicht gerne schwanger ist? Muss man Auskunft geben über gesundheitliche Einschränkungen und darf man auch mal über Dehnungsstreifen und Niedergeschlagenheit klagen? Die Schwangeren in meinem weiteren Umfeld erzählen, wie es ihnen körperlich geht, ihr Zustand ist Allgemeingut.

Ich frage mich aber, ob man nicht eigentlich, gerade wenn es irgendwelche Probleme gibt, die sicherlich auch immer mit Ängsten verbunden sind – allemal, wenn es um vorzeitige Wehen, Muttermundöffnungen usw. geht – das für sich behalten möchte, ein bisschen Privatheit will, um eine Auseinandersetzung mit sich selbst und gegebenenfalls dem Partner mit diesen Ängsten in einem geschützten Bereich führen zu können. Der Zustand einer schwangeren Frau ist eben nicht Allgemeingut, sie bekommt ein Kind und dieses Kind bekommt sie (bestenfalls) nicht für Deutschland oder ihre Schwiegermutter, sondern weil sie es will. Sie brütet es aus und es ist schön, wenn alle mit ihr hoffen, dass es wächst und gedeiht und gesund zur Welt kommt, dieses Hoffen ist aber kein Berechtigungsschein dafür, etwas über die gesundheitliche Verfassung und auch die Gemütslage der Schwangeren zu erfahren.

Wie habt ihr das gehandhabt: Schwierigkeiten nach Außen getragen, weil es eine Erleichterung war oder für euch behalten, weil es eben eure Schwangerschaft und nicht die einer anderen Person war?

 

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